Datum: 4. Februar 2026 um 17:17 Uhr
Dauer: 9 Stunden 58 Minuten
Einsatzart: Großbrand
Einsatzort: Ottersberg-Quelkhorn
Fahrzeuge: ELW 2 (80-12-1), SGW (80-64-1)
Weitere Kräfte: DRK SEG-Verpflegung, DRK Verden, Gemeindefeuerwehr Ottersberg, Gemeindefeuerwehr Oyten, Polizei
Einsatzbericht:
Am Mittwoch gegen 17:15 Uhr wurden mehrere Ortsfeuerwehren zu einem Gebäudebrand alarmiert.
Bei der Witterung und der Anschrift war schnell klar, dass es ein schwieriger Einsatz wird.
Das betroffene Objekt ist Teil eines großen Anwesens, dass weit abgelegen zwischen Ottersberg und Quelkhorn liegt.
Bereits die Anfahrt gestaltete sich schwierig, weil die schmale Zufahrtstraße ab der Landesstraße schon 1,5km lang ist und stark vereist war.
Die Fahrer der großen Einsatzfahrzeuge mussten sehr vorsichtig fahren, um nicht selbst zu verunfallen.
Schnellstmöglich wurde ein Streufahrzeug dazu gerufen, um die Anfahrt und auch das Gehen der Kameraden sicherer zu machen.
Die Wasserversorgung war nur kurzzeitig ein Problem. Erste Löschmaßnahmen konnten mit den wasserführen Fahrzeugen eingeleitet werden.
Weil die Wasserentnahmestellen vereist waren, wurden die Abdeckungen mit Gasbrennern wieder beweglich gemacht. Glücklicherweise befindet sich auf dem Grundstück ein großes Schwimmbecken, dass kurzerhand angezapft wurde. Es war aber abzusehen, dass auch diese Menge nicht reichen wird. Deshalb wurde das Großtanklöschfahrzeug der Kreisfeuerwehr alarmiert. Da dieses schwere Fahrzeug mit 26.000 Litern Wasser und einem entsprechendem Gesamtgewicht die Einsatzstelle nicht direkt anfahren konnte, wurde eine doppelte 1,5km lange Schlauchleitung von der Landesstraße bis zur Einsatzstelle gelegt. Weil das G-TLF im Pendelverkehr den Wassertank auffüllen musste, wurde aus dem etwa 100m entfernten Wümme-Nordarm ebenfalls Wasser entnommen. Das Schwimmbecken diente weiter als Pufferspeicher. Insgesamt wurden etwa 3,5 Kilometer B-Schläuche und und diverse C-Schläuche verlegt. Ein Landwirt unterstützte zusätzlich mit einem mit Wasser gefüllte Güllefass.
Trotz aller Bemühungen der über 100 Feuerwehrkräfte war das Dach nicht zu retten. Ein Reetdach ist im Brandfall eine große Herausforderung, weil es nahezu kein Löschwasser eindringen lässt. Von allen Seiten wurde jede Möglichkeit genutzt, das Feuer zu bekämpfen, dass sich im Reet, teilweise unsichtbar für die Feuerwehrleute, weiter ausbreitete. Der Wassereinsatz war enorm und so wurde die Einsatzstelle bei etwa -3C° zu einer glatten, nassen und matschigen Angelegenheit. Durch die Feuerwehr und den Verpflegungszug des DRK Oyten wurden kalte und heiße Getränke, Snacks und heiße Würstchen bereitgestellt, damit die Einsatzkräfte sich wieder aufwärmen konnten. Das Rote Kreuz stellte zur Absicherung der Feuerwehrleute auch einen Rettungswagen ab.
Die Löscharbeiten zogen sich über viele Stunden hin und die Aufräumarbeiten dauerten ebenfalls lange. Ein Kettenbagger wurde durch den Wald zur Einsatzstelle gelotst, um das Reet vom Dach zu nehmen, damit auch die letzten Glutstellen sicher erreicht werden konnten. Nach gut zehn Stunden konnten die ersten Einsatzkräfte an ihre Standorte zurückkehren und die Fahrzeuge wieder einsatzbereitmachen. Neben den Feuerwehren aus Fischerhude-Quelkhorn, Ottersberg und Oyten wurden wegen des großen Bedarfs an Atemschutzträgern auch Kameraden aus dem Kreis Osterholz eingebunden. Des Weiteren waren von der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises Verden auch der Einsatzleitwagen ELW2, der Schlauch- und Gerätewechselwagen sowie ein Transporter mit Schläuchen und einer Tragkraftspritze vor Ort. Insgesamt waren etwa 120 Kräfte der verschiedenen Organisationen im Einsatz.
Die Polizei hat noch während der Löscharbeiten mit den Ermittlungen zur Brandursache begonnen. Sämtliche Bewohner des Anwesens hatten die Möglichkeiten, privat unterzukommen. Das Haus ist unbewohnbar und der Sachschaden liegt vermutlich im hohen sechsstelligen Bereich.