Tagesübung der Technischen Einsatzleitung: Bedrohung durch kriminelle Vereinigung

Am vergangenen Samstag wurde die turnusmäßige Tagesübung der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Verden durchgeführt. Die Mitglieder trafen sich im Feuerwehrhaus in Thedinghausen. Üblicherweise beginnt eine Tagesübung damit, dass die Teilnehmer eintreffen, das Equipment aufbauen und in die Übung eingewiesen werden.
Aber nicht dieses Mal… Der Leiter der TEL traf ein und wurde von den Organisatoren direkt damit konfrontiert, dass ein Flugblatt einer kriminellen Vereinigung gefunden wurde. In diesem Flugblatt wurde verkündet, dass die öffentliche Ordnung im Landkreis Verden massiv gestört werden soll. Dieses Flugblatt wurde vom Landrat als echt eingestuft, so dass die TEL sofort eingesetzt wurde.

Somit startete die Übung direkt und das Aufbauen der Ausrüstung kollidierte sofort mit den ersten Einsatzlagen. Denn aufgrund der Wetterlage (Frost, Schneefall) ereigneten sich im Landkreis mehrere Feuerwehreinsätze, die einige Kräfte gebunden haben und den Verkehr beeinflussten.
So waren beispielsweise bei Langwedel wegen der Schneelast mehrere Bäume auf eine Straße gestürzt. Auf der A27 zwischen Achim und Verden kan es auch zu glättebedingten Einsätze. Am Weserwehr in Intschede war ein LKW mit Gefahrgut verunglückt. Der Fahrer wurde hierbei eingeklemmt. Zudem waren am Otterstedter See zwei Personen ins Eis eingebrochen.
Damit man sich im Übungsraum gut in die Lage versetzen kann, wurden von der vermeintlichen Einsatzstelle Bilder zugespielt, die den verunglückten LKW mit Hilfe von KI sehr realistisch aussehen ließen.
Die Einsatzlagen wurden verwaltet, das Equipment war vollständig in Betrieb und plötzlich stellte sich heraus, dass im verunglückten LKW weitere Flugblätter gefunden wurden. Es handelte sich also um den ersten Anschlag der kriminellen Vereinigung. der eigentlich das Wasserkraftwerk am Wehr zerstören sollte. Die notwendigen Einsatzkräfte wurden durch die TEL alarmiert und entsandt.

Kurz danach wurde die Lage dynamisch, denn vom Kreishaus in Verden wurde ein weiterer Einsatz gemeldet, der der kriminellen Vereinigung zuzuschreiben war. Ein Wohnmobil wurde offenbar vorsätzlich in das Gebäude der Verwaltung gesteuert und geriet in Brand. Hierbei wurde auch das Gebäude in Brand gesetzt und der Funkmast der Einsatzleitstelle wurde zerstört. Dies hatte zur Folge, dass die Einsatzleitstelle nicht mehr einsatzbereit war. Deshalb wurde der Einsatzleitwagen ELW2, der Teil der TEL ist, als Ersatz für die Einsatzleitstelle eingesetzt. Zudem wurde simuliert, dass die Leitstelle des Landkreises Diepholz die Notrufe ebenfalls teilweise annimmt. Auch hier half ein KI-generiertes Foto vom brennenden Kreishaus, sich in die Situation zu versetzen.

Da von weiteren Anschlägen auszugehen ist, wurden alle Feuerwehren im Landkreis an den Feuerwehrhäusern in Bereitschaft versetzt.
Die Wetterlage entspannte sich ebenfalls noch nicht und der Schneefall hielt an.

Nach dem zweiten Anschlag stellte der Landrat offiziell das sogenannte außergewöhnliche Ereignis fest. Diese Feststellung erweitert die Einsatzkompetenz der TEL und ermöglicht Rückgriffe auf weitere externe Einheiten.

Im Kreishaus und der näheren Umgebung ist durch den Anschlag der Strom ausgefallen. Deshalb zogen sich der Landrat und der Verwaltungsstab in die Feuerwehrtechnische Zentrale zurück.
In der Niedersachsenhalle gegenüber der Kreisverwaltung fand an diesem Tag eine große Rinderschau statt. Es waren etwa 2.000 Besucher und 200 Tiere in der Halle. Durch den Stromausfall wurden einige Tiere unruhig und gingen durch. Die Tore, die elektrisch verriegelt waren, gingen durch den Stromausfall auf und einige Rinder machten die Umgebung unsicher. Auch diese Einsatzlage wurde durch die TEL verwaltet.

Für die Teilnehmer der Übung hieß es um zwölf Uhr: Kurz durchatmen, denn das Mittagessen war fertig. Bei leckerem Grünkohl und Beilagen wurde über die bisherigen Aktivitäten diskutiert.
Nach der Pause wurde es etwas ruhiger. Die meisten Lagen waren unter Kontrolle. Für die eingesetzten Kräfte wurde am Rettungszentrum Nord in Achim eine Versorgungsstation organisiert, weil davon auszugehen ist, dass die Anschlagorte die Kameraden noch länger fordern werden. Insgesamt waren in dieser Simulation über 500 Einsatzkräfte im Einsatz.

Die verschiedenen Sachgebiete der TEL arbeiteten gut zusammen und der Gegenstab der Organisatoren spielte immer wieder neue Aufgaben in die Übung.
Um gegen 14:30 Uhr das Ende der Übung bekannt zu geben, haben die Organisatoren sich etwas Besonders einfallen lassen. Ein maskierter Polizist einer Anti-Terror-Einheit kam in den Übungsraum und teilte mit, dass es jetzt eine Polizeilage sei und die TEL in Kürze abgelöst wird.

Somit war die Übung nach etwa sechs Stunden beendet. Eine kurzes Feedback rundete den Tag ab und die Organisatoren werden die Übung nachträglich auswerten.